Gedanken zum Monatsspruch für Juni
Petrus sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.
Apostelgeschichte 10, 34+35
Lieber Leser der Internetseite!
Es ist selbstverständlich, dass jeder Mensch seine feste Überzeugung ganz entschieden vertreten darf. Man soll ja für seine Meinung einstehen! Wenn aber neue Erkenntnisse dazu kommen und sich dann der Horizont weitet, dann darf man eingestehen, etwas dazugelernt zu haben.
Das passiert dem Petrus, der von Gott gezeigt bekommt, dass sein Horizont dringend einer größeren Weite bedarf. Petrus lebte bisher in dem Denken, dass die Erlösung durch Jesu Opfertod ausschließlich für das Volk Gottes gelten sollte. Durch ein Traumbild und die anschließende Einladung in ein heidnisches (nichtjüdisches) Haus begreift er den viel weiter gespannten Rettungswillen Gottes für alle Menschen.
“Jetzt begreife ich…”, sagt Petrus. Wer wie er die Bereitschaft hat, seine Vorstellungen über Gott erweitern zu lassen, wer dafür offen ist, dass Gott in seine Gedanken hineinreden darf, wer Fragen stellt und Antworten findet, der ist auf dem gleichen Weg wie dieser Petrus unterwegs.
Und mit einem ernst gemeinten “jetzt begreife ich…!” sind auf einmal ganz neue Wege möglich. Als frommer Jude hätte er kaum den Fuss über die Schwelle eines heidnischen Hauses gebracht. Gott hat ihm seine Sicht erweitert. So war die Begegnung mit Menschen möglich, die zum Glauben an Jesus bereit waren.
Kennen Sie solche Grenzen, die Sie nie überschreiten wollen zu Menschen, die so ganz anders sind oder denken als Sie? Oder kennen Sie Mauern aus Schuld oder Enttäuschung, die Sie für unüberwindliche Hindernisse halten? Fragen Sie Gott oder andere Christen, die die Erfahrung gemacht haben, dass Gott oft einen (un)möglichen Weg aufzeigt. Dann können Sie irgendwann mit dem König David sagen: “Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.” (Psalm 18, 30)
Das wünscht Ihnen Ihr Pastor H. Kimmel
